FLÜCHTLINGEN EINE STIMME GEBEN

Der Bezirk Berlin-Brandenburg organisierte während des Briefmarathons vom 5. bis 13. Dezember 2015 einen »Aktionsraum für Menschenrechte« in der Schule für neue Fotografie in Berlin-Mitte. Mehr als 300 Besucher und Besucherinnen hatten die Möglichkeit, sich mit mehr als 1.200 unterschriebenen Briefen am Briefmarathon zu beteiligen.

Neben Veranstaltungen von elf lokalen Gruppen des Bezirks, konnten die BesucherInnen die Ausstellung »Flüchtlinge malen ihr Leben. Bilder aus Berlin-Moabit« sehen und sich für eine humane Flüchtlingspolitik in Deutschland und Europa einsetzen. Im Juni2015 hatte die Künstlerin Ali Fitzgerald mit Comic-Workshops für Flüchtlinge in einer Flüchtlingsunterkunft der Berliner Stadtmission in Berlin-Moabit begonnen.

Durch ihre Workshops bot sie den Flüchtlingen über Sprachbarrieren hinweg die Möglichkeit, sich über banale, aber auch traumatische Erfahrungen auszutauschen. Dadurch können die Flüchtlinge nicht nur die traumatischen Erlebnisse verarbeiten, sondern sich auch mit anderen Bewohnern und Bewohnerinnen in den Flüchtlingsunterkünften verständigen. Eine Situation, die aufgrund unterschiedlicher sprachlicher und kultureller Hintergründe nicht immer möglich ist und unter Umständen zu Spannungen in den Unterkünften führen kann.

Durch die Ausstellung von Werken aus diesen Workshops konnte der Bezirk Berlin-Brandenburg ein lokales Projekt von engagierten Privatpersonen unterstützen. Mittlerweile zeigen viele Berliner Unterkünfte großes Interesse an den Zeichenkursen und weitere Kooperationen mit den InitiatorInnen, z. B. in Form eines Antrags bei der Stiftung Menschenrechte, sind in Planung.

Der Bezirk Berlin-Brandenburg zeigt mit seiner Unterstützung dieses Projekts, dass Amnesty auch eine lokale Größe sein kann, um die Situation von Menschen ganz praktisch zu verbessern. Das Programm des Aktionsraums mit Filmen, Diskussionen und Aktionen hätte vielfältiger nicht sein können! So wurde z. B. über das Andijan-Massaker in Usbekistan, »verschwundene« Dörfer in Palästina, Menschenrechte im digitalen Zeitalter oder die Doppeldiskriminierung von queeren Roma informiert.

Insgesamt spiegelte der Aktionsraum mit seinen Veranstaltungen ein interessantes und vielfältiges Programm von Amnesty International wider und zeigte der Öffentlichkeit, in welch unterschiedlicher Weise Menschen bei Amnesty für Menschenrechte aktiv sind. Die Organisation des Aktionsraums war natürlich nicht ohne Hürden und logistische Probleme. Aber durch das Engagement vieler Einzelner (ob Ehrenamt oder Hauptamt) konnte Amnesty der Öffentlichkeit ein modernes, engagiertes und vielfältiges Gesicht zeigen.

Sebastian Rose für den Bezirk Berlin-Brandenburg


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