Geeint gegen rassistische Gewalt

Podiumsdiskussion in Berlin über die schwarze aktivistische Bewegung „Black Lives Matter“ und ihren Einfluss auf den Kampf gegen Rassismus in Europa und den USA.

Am 26. Februar trafen sich in der Werkstatt der Kulturen in Berlin prominente Vertreter_innen der Bewegung „Black Lives Matter“. Auf dem Podium wurde die Arbeit der Aktivistinnen und Aktivisten vorgestelltund dazwischen der Dokumentarfilm „Generation Revolution“ gezeigt. Auf die Fragen der Moderatorin Karen Taylor antworteten auf der Bühne die Aktivistinnen Jessica de Abreu aus den Niederlanden, Modi Ntambwe aus Belgien, Natasha Nkonde und Kuchenga Shenjé aus Großbritannien und der amerikanische Aktivist Maurice Mitchell.

Podium Black Lives Matter

Das Podium am 26. Februar in der Werkstatt der Kulturen.

„Black Lives Matter“ wurde im Jahre 2013 nach dem Tod des afroamerikanischen Teenagers Trayvon Martin gegründet unter dem  Motto „This is Not a Moment, but a Movement“.
Im ersten Panel des Abends sprach Maurice Mitchell von „Black Lives Matter“ über Rassismus in Europa und den USA: „Ich habe bemerkt, dass die weißen Leute in Europa die weiße Überlegenheit in den USA sehen, während die weiße Überlegenheit in Europa weniger sichtbar ist wie in den USA“. Jessica de Abreu, Mitglied des Europäischen Netzwerks für Menschen afrikanischer Abstammung (European Network for People of African Descent – ENPAD), sprach über die Bedeutung der Bewegung in Europa. Nach ihren Worten wollten alle schwarzen Aktivist_innen die Bedeutung des Lebens schwarzer Menschen betonen, das sei das Hauptziel von „Black Lives Matter“. 

Modi Ntambwe, auch Aktivistin von ENPAD, erwähnte: „Die Bewegung „Black Lives Matter“ ist keine neue Bewegung, aber eine neue Generationin der Fortführung des Kampfes gegen Rassismus und Sklaverei“.

Nach dem Panel wurde der Film „Generation Revolution“ gezeigt. Der Dokumentarfilm begleitet das Leben junger britischer Aktivisten von „The London Black Revolutionaries“, „R Movement“ und „The Black Dissidents“. Die Porträtierten  organisierten nicht nur Proteste in London gegen Rassismus und die Migrationspolitik von Großbritannien, sondern auch halfen anderen Menschen, die unter Diskriminierung leiden. Zum Beispiel verteilten sie Lebensmittel unter Obdachlosen in London.

Das zweite Panel war der inhaltlichen Beschäftgiung mit dem Film gewidmet - Gewalt als Mittel für Proteste. Maurice Mitchell fragte das Publikum: „Glaubt ihr, dass der Mord an unbewaffneten Menschen eine Gewalttat ist? Glaubt ihr, dass das Einschlagen eines Fensters eine Gewalttat ist? Ich denke, die Politiker haben Angst vor Letzterem, aber wir kümmern uns um die wirkliche Gewalt, weil es um das Leben der Menschen geht“. Kuchenga Shenjé, die auch schwarze Transmenschen vertritt, sah zivilen Ungehorsam als sehr wichtigen Teil der schwarzen Bewegung und laut Shenjé zeigten verschiedene Gruppen schwarzer Menschen durch Protest, dass sie ein besseres Leben verdienen.
Zum Abschluss antworteten die Podiumsteilnehmer auf Fragen des Publikums. Jessica de Abreu antwortete auf die Frage zu den Methoden des Kampfes gegen Rassismus: „Es gibt Dialog und Konfrontation, Aufbauen und Zerstören. Wir haben Gespräche mit vielen Menschen, wir haben Konfrontation während den Protesten. Wir bauen auf, organisieren verschiedene Initiativen und Bewegungen und versuchen, das negative Bild schwarzer Menschen zu zerstören.“

>> Hier gibt es mehr Informationen zur Kampagne gegen rassistische Gewalt in Deutschland. 

Olga Miakotnikova


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