Christopher Street Day 2017 – Queeramnesty Berlin war dabei

Knapp 60 Wagen zogen in Begleitung von circa 400.000 Menschen am 22.07.2017 vom Ku'damm an der Siegessäule vorbei zum Brandenburger Tor. Queeramnesty Berlin gab dabei mit einem eigenen Wagen lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgeschlechtlichen, intersexuellen und queeren (LGBTIQ) Menschen eine Stimme. An der politisch geprägten Spitze des Demonstrationszuges bot Queeramnesty Berlin unter dem Motto „Homophobie tötet, Rassismus auch“ mit einem selbst erbauten „Gefängnis“ auf der Wagenladefläche eine Plattform für Künstler aus verschiedenen Ländern, die eine Performance zum Thema Haft aufführten.Queeramnesty Demo2 web

Das „Gefängnis“ stand dabei symbolisch für alle Menschen, die weltweit aufgrund ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität inhaftiert, gefoltert oder ermordet werden. Der Wagen wurde auch von einer Fußgruppe begleitet, die auf Plakaten ein Ende der Diskriminierung und Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität forderten.

Kurz vor dem Ende der Demonstration brach über Berlin ein Regenschauer aus, der binnen weniger Minuten die Straßen knöchelhoch überflutete. Doch Berlin wäre nicht Berlin, wenn nicht aus jeder nahezu aussichtslosen Situation das Beste gemacht wird. Die Dekoration des Wagens von Queeramnesty Berlin löste sich zwar im Regen fast völlig auf, aber alle mitlaufenden Menschen nutzten diese sensationelle Atmosphäre, um noch einmal richtig aufzudrehen und die letzten Minuten des Christopher Street Days (CSD) im Regen tanzend zu genießen.

Ein Highlight während des Finales des CSD am Brandenburger Tor war die Ehrung von Emmanuel Odhiambo Nyambwa aus Nairobi, Kenia. Nyambwa erhielt den „Soul of Stonewall Award 2017“ in der Kategorie „Widerstand“ für seinen Einsatz für die Menschenrechte. Der Preis wurde dieses Jahr mit Unterstützung von Queeramnesty Berlin verliehen.

In Kenia sind homosexuelle Handlungen zwischen Männern bis heute strafbar. Nyambwa ist Mitbegründer und Programm-Direktor von Youth Health and Psychosocial Program (YHEPP) – eine Graswurzel-Organisation –die in Nairobi seit 2014 Hilfe für Menschen mit LGBTIQ-Identität anbietet. YHEPP ist in englischer Sprache auf Facebook und Twitter zu finden.

Weitere Informationen zu Queeramnesty Berlin unter www.queeramnesty-berlin.de und bei Facebook.


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